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TETRIX                             Tom.II,Fasc.3                      Dec.2007, Brno

                  

         Isophya fatrensis  sp.nov. aus der Slowakei

           ( Orthoptera, Ensifera, Phaneropteridae )

 

                                        obrazová pøíloha

 

Key words: Taxonomy,new species,Insecta,Orthoptera,Tettigonioidea,

                     Isophya fatrensis sp.nov.,Central Europe, Slovakia.

Einleitung

  Bei Untersuchungen der Geradflüglerfauna in der Slowakei hat der Autor

u.a. zahlreiches  Material vom Genus Isophya  Br.W. gefunden. In diesem

Material befindet sich auch eine bisher unbeschriebene neue Art aus

mittelslowakischen Gebirgen, welche in diesem Beitrag beschrieben ist.

   Aus dem reich gegliederten Gebiet der Slowakei wurden bisher vom

Genus Isophya Br.W.folgende Arten angeführt: I.beybienkoi, I.brevipen-

nis(camptoxypha), I.kraussii, I.modesta, I.pienensis, I.posthumoidalis  und

I.stysi.

                                 Isophya fatrensis  sp.nov.

Lokalität   

  Slowakei, Ve¾ká Fatra (Gebirge Große Fatra) und umliegende Gebir-

ge (Starohorské vrchy, Nízke Tatry).

Typenmaterial

  Holotypus: Männchen, Slowakei, Ve¾ká Fatra, Berg Malinné,1150 m

 ü.M.(DFS 6981), 11.08.2003, F.Chládek leg.,coll.

  Paratypus (Allotypus): Weibchen, Slowakei, Ve¾ká Fatra, Berg Ma-

linné,1050 m ü.M.(DFS 6981),11.08.2003, F.Chládek leg.,coll.

  Weitere Paratypen:

  V.Fatra, Malinné,1100 m.,11.08.2003, 2m,2f und 2m,1f,2ovi (in Alk.),F.Chlá-

dek leg.,coll.; V.Fatra, Malinné, 1000 m., 21.07.1976, 2m,2f, F. Chládek leg.,

coll.; V.Fatra,Sidorovo,850 m.,16.07.1978,1m, F.Chládek leg.,coll.; V.Fatra,

Gaderská dolina, 800 m.,12.07.1976, 1m,1f, R.Janíèek leg., F.Chládek coll.;

V.Fatra, Prašnické sedlo, 930 m.,23.07.2004, 1f, F.Chládek leg.,coll.; Staro-

horské vrchy, Berg Kozí chrbát, 1150 m., 22.07.2004, 2m,2f und 2m,1f,4ovi

(in Alk.); Kozí chrbát,1300m.,06.09. 2005,1m,1f, F.Chládek leg.,coll.; Nízke

Tatry,Hiade¾ské sedlo,1100 m., 22.07.2004, 1m,1f, F.Chládek leg.,coll.

Beschreibung -  Männchen

Maße (im Durchschnitt). Long.corp. 24,5 mm (ohne Cerci); Pronotum 4,25

mm ; Elytra 4,5 mm ; Femur post. 18 mm. 

Färbung.  Körper von hell - oder dunkelgrüner  Farbe und mit  zahlreichen

kleinen  dunklen  Punkten.  Das Abdomen hat helle graue  längliche Streifen.

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Manchmal aber auch rötlich violett gefärbte längliche Streifen, welche auch

auf dem Pronotum und den Beinen sind.  Abb. 1,2 und16.

  Die Antennen sind hell rötlich braun mit weißen Streifen am Ende jedes

Gliedes. Abb.1,2,3,5.

  Hinter der Augen und auf den Seitenkielen des Pronotums sind weißliche

oder weißgelbliche enge längliche Streifen, welche auf der Innenseite des

Pronotums hinten rotbraun gesäumt sind. Am Rand der Seitenlappen des

Pronotums sind enge gelbe Streifen. Abb.1,2. In der Mitte des Pronotums ist

ein enger weißer Streifen (längs). Abb.2,7.

  Die Elytren sind größtenteils braun gefärbt, ihr Hinten- und Seitenrand ist

grün. Ihrer Costalrand ist markant sattgelb. Abb.1,2,3,5,6.           

  Die Hintertibien (bei grünen Tieren) sind hinten hellbraun. Abb.2.

  Cerci sind mindestens zur Hälfte bis zwei Dritteln grün, dann zum Ende

braungelb bis hellbraun. Abb.8,9.

Morphologie

  Kopf.  Fastigium gefurcht und viel schmäler als die Hälfte der Breite des

Scapus. Abb.4.

  Pronotum. In der Metazona nach hinten ziemlich verbreitert und ein-

gesenkt. Der Hinterrand des Pronotums ist schwach konkav. Abb.5,7.     

  Elytra.  Mindestens so lang wie das Pronotum. Die Stridulationsader ist

ziemlich kurz und dick. Der basale Zweig der Analader ist kurz,nach ihrer

Verzweigung sind die folgenden zwei Zweige ziemlich lang. Der Innenrand

der linken Elytren bildet einen sehr stumpfen Winkel. Abb.6. 

  Supraanalplatte.  Wie Abb.8,9.

  Subgenitalplatte. Am Ende ist sie ziemlich variabel, stumpfwinklig oder halb-

kreisförmig  gekerbt. Abb. 8,9.

  Cerci. Sind in letzten Viertel gebogen, sich allmählich verschmälernd, am

Ende stumpf abgerundet und mit einem schwarzem spitzen Zahn. Abb.8,9.

   Hinterschenkel beiden Geschlechtern sind zumeist ohne Dornen.

Beschreibung -  Weibchen

Maße (in Durchschnitt). Long.corp. 22,3 mm (ohne Ovip.); Pronotum  5 mm ;

Elytra 2,4 mm ; Fem.post. 18 mm ; Ovipositor 12 mm.

Färbung.  Körper dunkelgrün mit zahlreichen kleinen dunklen Punkten.

Manchmal gibt es auch Individuen mit zwei rötlich violett gefärbten länglichen

Streifen auf dem Pronotum und dem Abdomen. Diese Individuen haben auch

rötlich oder gelbbraun gefärbte Beine und ihr Körper ist bei lebenden Tieren

hell (gelbgrün) gefärbt.  Abb.10,17.

  Die Antennen sind größtenteils hell rostbraun. Abb.11,15.

  Das Pronotum ist normal grün, hinter der Augen und  auf den Seitenkielen

des Pronotums sind weißliche oder weißgelbliche längliche Streifen. Diese

sind im letzten Drittel auf der Innerseite rotbraun gesäumt. In der Mitte des

Pronotums ist ein enger weißer Streifen (längs). Abb.15.

  Die Elytra sind grün gefärbt mit einem hellbraunen Fleck in Mittelteil. Das 

Costalfeld ist gelb. Abb. 10,11,15.

  Die Beine sind bei normal gefärbten (grüne) Individuen größtenteils grün.

                                                                                                                       10

  Cerci sind im Basalteil grün, das letzte Drittel ist braun.  Abb.14.

  Ovipositor ist hauptsächlich grün. Abb.13.  Die Eier sind schwarzbraun.

Morphologie

  Kopf. Fastigium ist schmäler als die Hälfte der Breite des Scapus.

  Pronotum. In der Metazona weniger verbreitet und weniger eingesenkt. Der

Hinterrand des Pronotums ist schwach konkav. Abb. 10,11,15,17.

  Elytra. Sind teilweise hinten abgerundet. Abb.10,15.

  Cerci und die Supraanalplatte.  Wie Abb.14.

  Subgenitalplatte. Wie Abb.12.

  Ovipositor.12 mm lang,mit etwas variabler Zahl der Zähne am Ende.Abb.13.

Gesang ( Stridulation ) Männchen

  Der Gesang wurde bisher nur akustisch und optisch bei einer Temperatur

von 23°C (in der Zucht) vom Autor geprüft und wird noch untersucht werden.

  Stridulationsader.  Die Feile trägt in Durchschnitt  80 (70-90) Zähnchen

auf der Stridulationsader.

  Stridulation.  Der Rufgesang dieser neuen Art  besteht  aus kurzen Se-

quenzen von (3-) 5 (-6), meistens aber 5 Silben. Eine Silbe dauert  +/- 500

ms, nur manchmal bis 700 ms. Die Pausen zwischen den einzelnen Silben

dauern auch +/- 500 ms. Nach den  Silbensequenzen folgte eine kurze Pause

(1-) 3 (-5) sec., und dann wieder weitere Sequenzen. Die Anzahl der

Sequenzen in einer Minute war aber unterschiedlich und nicht groß,im

Durchschnitt 7 Sequenzen bei ununterbrochenem Gesang. Oft aber war der

Gesang kürzer, nur 1 bis 3 Sequenzen und dann folgte eine lange Pause.

Etymologie

  Diese neue Art ist nach dem Hauptgebiet ihres Vorkommens (Gebirge Ve¾-

ká Fatra, in der nördlichen Mittelslowakei ) benannt.

Bionomie

  Isophya fatrensis lebt auf Bergwiesen, an Waldrändern und Waldlichtungen

auf verschiedenen weitblättrigen Pflanzen ( z.B. Gentiana, Geranium ) oder

niedrigen Laubsträuchern in der Höhe von 800 bis 1200 m ü.M. (Ve¾ká

Fatra),oder bis 1300 m(Starohorské vrchy, Kozí chrbát). Adulte Exemplare

leben von Juli bis September. Schwarzbraune Eier werden in die Erde gelegt.

Verbreitung  

  Für Isophya fatrensis  ist Hauptzentrum des Vorkommens das Gebiet Ve¾ká

Fatra. Holotypus und Paratypen sind aus dem nördlichen Teil von Ve¾ká

Fatra (Berg Malinné, 1000 - 1150 m). Weitere Paratypen aus dem nördlichen

Teil stammen aus dem Berg Sidorovo (von 800 bis 900 m), im westlichen Teil

Gebietes aus Gaderská dolina (Gader Tal) und im südlichen Teil aus Berg-

sattels Prašnické sedlo. Andere Lokalitäten (mit Paratypen) sind im Gebirge

Starohorské vrchy, Berg Kozí chrbát (1150-1300 m), und im Bergsattel

Hiade¾ské sedlo (+/- 1099 m) zwischen dem Gebirge Nízke Tatry und Staro-

horské vrchy.                                                                                                   

Diferentialdiagnose   

 Die Hauptmerkmale für Art Isophya fatrensis  sind u.a. für Männchen ihre

                                                                                                                  11

Stridulation, die Anzahl der Zähnchen auf der Feile und die Form der

Elytra und Cerci. Für Weibchen hauptsächlich die Form und Länge des

Ovipositors und Elytra. Für beide auch ein ziemlich großer Körper.

  Isophya fatrensis ist auf Grund von Färbung, Struktur männlicher Elytren

und Cerci den Is.brevipennis (camptoxypha?) ähnlich. Sie ist aber größer,und

der Gesang (sieh B.Nagy et al.,2003,p.169) ist ganz verschieden. Bei den

Weibchen ist das Ovipositor viel länger (12 mm) im Vergleich mit den für

Is.brevipennis von Brunner v.Wattenwyl(1878) angeführten Angaben (8 mm).

Weil einige weitere Autoren, z.B. Kis (1960), Harz(1969), Heller et al. (2004)

für Is.brevipennis oder Is.camptoxypha(syn.?) einen viel größeren Unter-

schied (von 8–12,5 mm) anführen, hat darum auch der Autor früher die

Exemplare von V.Fatra als Is.brevipennis angeführt (Chládek,1999,p.28). Es

ist aber wenig wahrscheinlich,daß ein so großer Unterschied in der Länge

des Ovipositors bei einem Taxon  möglich wäre. Auch darum, u.a., ist die Sy-

nonymisierung Is.brevipennis  mit  Is.camptoxypha  fraglich.

  Is.fatrensis weist auch mit Is.harzi einige Ähnlichkeiten auf. Unter einigen

Merkmalen, welche Kis (1960, p.358-360) für Is.harzi  beschreibt, befinden

sich manchmal auch rötlich violet gefärbte längliche Streifen. Einige andere

Merkmale sind aber unterschiedlich.

  Durch die Anzahl der Zähnchen an der Stridulationsader der mitteleuro-

päischen Arten steht Is.fatrensis den Is.brevipennis (camptoxypha),Is.stysi,

Is.posthumoidalis und Is.beybienkoi nahe. Im Vergleich zu diesen Arten hat

Is.fatrensis aber andere morphologische Merkmale oder Gesang.

  Stridulation Is.fatrensis ist in Anzahl und Reihenfolge des Syllables mit

Is.modestior  und Is.stysi  ziemlich ähnlich (s.Orci et al., 2005). Aber  morpho-

logische und andere Merkmale sind anders.

Hauptliteratur

BRUNNER v.W.C.,1878:Monographie der Phaneropteriden. -  Wien.

BRUNNER v.W.C.,1882:Prodromus der europäischen Orthopteren. - Leipzig.

HARZ K., 1969: Die Orthopteren Europas.-Dr.W.Junk N.V., The Hague.

HELLER K.-G. et al., 2004:The Isophya species of central and western Europe (Ortho-      

      ptera:Tettigonioidea:Phaneropteridae).–Tijdschrift voor entomologie 147:237– 258.

CHLÁDEK F., 1999:K poznání rovnokøídlých  (Orthoptera s.l., Insecta) Slovenska. –

     Tetrix , Tom.I, Fasc.4, p.28.

INGRISCH S.,1991:Taxonomie der Isophya-Arten der Ostalpen (Grylloptera: Phanero-

      pteridae). – Mitteilungen der schweizerischen entomol.Gesellschaft 64:269-280.

KIS B., 1960:Revision der in Rumänien vorkommenden  Isophya-Arten  (Orthoptera, 

      Phaneropterinae). – Acta Zool. Acad.Scient. Hungaricae  6:349-369.

NAGY B. et al., 2003:Neue Daten zum Vorkommen von Isophya – Arten  (Orthoptera:

     Tettigonioidea) im östlichen Alpenvorland. – Mitteilungen der schweizerischen ento- 

      mologischen Geselschaft  76:161 – 172.

ORCI K.M. et al., 2005:A comparative study on the song and morphology  of  Isophya 

      stysi Èejchan,1958 and Isophya modestior Brunner von Wattenwyl,1882 (Orthopte-

      ra,Tettigoniidae). – Zoolog.Anzeiger 244 (2005):31 – 42.

 

Anschrift des Autors:RNDr.František Chládek,Bratøí Èapkù 12,CZ-602 00 Brno2

                                                                    E-mail :  tetrix.tetrix@volny.cz

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